Armut ist weiblich – Widerstand auch

Am Samstag den 9. März versammelten sich circa 300 Menschen anlässlich des 8.März, dem internationalen Frauenkampftag, am Anfang der Nürnberg Fußgängerzone in der Königstraße.

Organisiert wurde die Demonstration vom 8.März-Bündnis Nürnberg, das aus verschiedenen linken und migrantischen Gruppen und Einzelpersonen besteht. Das Ziel der AktivistInnen ist es auf die, immer noch vorhande Benachteiligung von Frauen und Mädchen aufmerksam zumachen. Dieses Jahr stand die Demonstration unter dem Motto: Armut ist weiblich – Widerstand auch. Angesichts der sich zuspitzenden Wirtschaftskrise und der sich größer werdenden sozialen Ungleichheit in der Welt und sagten ProtestlerInnen dieses Jahr besonders der ökonomischen Gewalt gegen Frauen den Kampf an. Denn Gewalt gegen Frauen ist nicht nur, wenn Frauen geschlagen werden.

Auch wenn Frauen nicht genug zu Essen haben, gezwungen sind sich in Lohnarbeit und Familie krumm und buckelig zu arbeiten oder sich Medikamente oder ein würdiges Leben nicht leisten können, ist das ökonomische und strukturelle Gewalt gegen Frauen.

Doch die ökonomisch Gewalt gegen Frauen war nicht das einzige Thema an dem Tag. Beim Auftakt, sowie an der zwischen Kundgebung am Weißen Turm und der Abschlusskundgebung am Plärrer, gab es verschiedene Redebeiträge. Beispielsweise sprach eine Frau aus Eritrea über die Situation von Frauen in dem afrikanischen Land, die zum Kriegsdienst gezwungen.

Zum Thema organisiert das 8.März-Bündnis eine Veranstaltung am 11.März um 19.30 Uhr im Nachbarschaftshaus Gostenhof. Dort berichten betroffene Frauen über ihre Erfahrungen. Außerdem werden die Auswirkungen von Gewalt auf Frauen thematisiert und Widerstandsperspektiven aufgezeigt.

Die Reden auf der Demonstration beschäftigten sich inhaltlich weitergehend mit Sexismus in Werbung, gesellschaftlichen Rollenzwänge und Ausbeutung von Frauen. Thematisiert wurde auch die Ermordung von drei Kurdischen Aktivistinnen im Januar in Frankreich. Die TeilnehmerInnen waren sehr bund gemischt, Junge, Alte, Deutsche und MigrantInnen, Männer und Frauen zogen mit guter Laune und lautstark durch die Nürnberger Innenstadt.

Die Sprecherin des Bündnisses Yasmin Cal: „Wir freuen uns sehr, dass so viele Leute gekommen sind. Wir wollen ein Zeichen setzten gegen sexistische und patriarchale Unterdrückung, unter der viele Frauen immer noch leiden, jeden Tag. Es ist Zeit zu handeln, ob Zuhause, im Supermarkt auf der Arbeit oder in der Kneipe. Frauen müssen sich wehren gegen Übergriffe, Benachteiligung und Diskriminierung. Dafür wollen wir uns einsetzen und anderen Frauen und auch Männern Mut machen auszubrechen. Unsere Arbeit ist noch lange nicht vorbei, denn jeder Tag ist 8. März und wir haben noch viel Zutun.“

Am Freitag, dem 8.März fanden bereits Infostände am Weißen Turm statt (NN berichtete). Dort gab es Informationen, Sprechtheater, Redebeiträge, Musik und Ausstellungen.

Die Bilderstrecke zum Aktionstag könnt ihr hier anschauen

Außerdem wurde am Abend getanzt auf einer, vom 8.März-Bündnis organisierten Party im Stadteilzentrum Desi. Auch dort war die Stimmung ausgelassen, bis 23 Uhr war die Party ausschließlich für Frauen und DJanes legten allerlei internationale Musik auf.

Die aktuelle Pressemitteilung des Bündnisses

Presse

„Wen treffen denn die Krisen? Frauen!“

Schlecker, Quelle — diese zwei Beispiele kommen sofort. „Wen treffen Krisen, Entlassungswellen denn besonders?“, fragt Yasmin Cal. Sie gibt die Antwort gleich selbst: „Frauen.“ Cal ist Sprecherin des 8. März-Bündnisses in Nürnberg — und redet sich warm. Denn der Weltfrauentag ist kein Muttertag, sondern ein Frauen-Kampftag“, sagt sie.

Das Interview mit einer AktivistIn des 8.März-Bündnis könnt ihr hier weiter lesen.

Pressemitteilung des 8.März Bündnis
Der Kampf gegen den Sexismus ist keine Eintagsfliege. – Jeder Tag ist 8. März!!!

Hier den aktuellen Aufruf 2013 lesen Aufruf Vorderseite, Aufruf Innenseite

1% des globalen Gesamtvermögens gehört Frauen. Weltweit leben zwei Drittel aller Frauen von weniger als 1 Dollar pro Tag. Auch in Deutschland ist Armut weiblich, hier ist etwa jede sechste Frau betroffen.

Der internationale Frauenkampftag steht weltweit für rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ein selbstbestimmtes Leben. Wir nehmen den 8. März 2013 zum Anlass, gegen jede Form von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen zu protestieren. Angesichts der sich zuspitzenden Wirtschaftskrise und der sich zuspitzenden sozialen Ungleichheit in der Welt und sagen wir dieses Jahr besonders der ökonomischen Gewalt gegen Frauen den Kampf an. Gewalt gegen Frauen ist nicht nur, wenn Frauen geschlagen werden. Auch wenn Frauen nicht genug zu Essen haben, gezwungen sind sich in Lohnarbeit und Familie krumm und buckelig zu arbeiten oder sich Medikamente oder ein würdiges Leben nicht leisten können, ist das ökonomische und strukturelle Gewalt gegen Frauen.


Veranstaltung

Veranstaltung und Ausstellungseröffnung

Sexuelle Selbstbestimmung

Samstag, 12. Januar 2013 um 18 Uhr – KOMM e.V (Untere Seitenstraße 1, Gostenhof)

Sexuelle Selbstbestimmung bedeutet, dass eine Person selber darüber bestimmen kann, wie sie ihre Sexualität lebt. Wann, mit wem und ob sie Sex haben will. In welcher Form und was sie beim Sex macht. Wie oft und mit welchen Menschen. Ob mit einem Mann, einer Frau oder einfach mit sich selbst.

Sexuelle Selbstbestimmung sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ist es aber nicht. Im Gegenteil: In einer Welt, in der wir täglich mit Bildern und Vorstllungen von Sex konfrontiert sind, die rein gar nichts mit der Realität und noch viel weniger mit einem respektvollen Umgang miteinander zu tun haben, ist es eher fraglich, wie frei unsere Sexualität überhaupt sein kann.

In einer Veranstaltung und der dazugehörigen Ausstellung beschäftigen wir uns damit, wodurch es zu Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung kommen kann und welche gesellschaftlichen und verinnerlichten Vorstellungen, Beziehungsformen, Machtstrukturen, Umgang mit Alkohol oder Drogen usw. dazu beitragen. Und umgekehrt natürlich: Was dazu beitragen kann, dass die sexuelle Selbstbestimmung gewahrt wird und es entsprechend nett im Bett ist.

Hier schon mal ein Einblick in den Inhalt der Ausstellung

Love Sex & Hate Sexism

Eine Veranstaltung von Autonomer Jugendantifa (AJA) und Radikale Linke (RL) im Rahmen des AJA-Cafés.

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