demo

Ein Bericht

Schon ab 10 Uhr fand am heutigen internationalen Frauenkampftag in Zirndorf, ZAST, (Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber) in Frauenfrühstück im Rahmen des 8.März statt.
Ab 15 Uhr folgten verschieden Aktionen und Infostände. Die Innenstadt war an verschiedenen Orten mit Stellwänden dekoriert, die über weiter bestehende Benachteilung , Unterdrückung und geschlechtsspezifischen Schönheitsidealen aufmerksam machen sollten. Die feministische Gruppe „Kamelia“ stellte unter dem Motto „Serap hat es satt immer für heterosexuell gehalten zu werden…. und Kim weiß nicht ob sie in Formularen „Mann „ oder „Frau“ ankreuzen soll.“ Frauen, in Form von Pappfiguren, vor. Im Vordergrund stand die Kritik an den „normalen“ Geschlechts und Beziehungsformen, die aus der patriachalen Geschichte reslutieren. Im Laufen des Nachmittages tauchte an verschiedenen Stellen in immer wieder ein „Femmesmob“, initiert von der AG Frauen des Sozialforums Nürnberg, in Form eines „Frau ärgere dich!“ Spiels auf. Ärgern soll sich Frau zum Beispiel über ungleiche Bezahlungen und die durch die Krise begründeten Kürzungen an Frauenprojekten. Am weißen Turm war ein Infostand der „Radikalen Linken Nürnberg“, der in Form in einer Ausstellung Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen thematisierte und somit auf die Benachteilung aufmerksam machte.

Zum diesjährigen 8.März gründete sich schon im Vorfeld ein Bündnis an dem sich verschiedenste Gruppen beteiligten. Das Ziel des Bündnisses war es einen gemeinsamen Ausdruck zu schaffen um die Wichtigkeit des 8. März, als Frauenkampftag, wieder hervorzuheben. So konnte jede Gruppe in den einzelnen Aktionen auf ihre Art und Weise ihre inhaltliche Arbeit präsentieren.

Ab 18 Uhr fand im Rahmen des Auftakts die Verleihung des „goldenen Penis“ von der „Feministischen Gruppe“ statt. Kriterium war die sexistischte Werbung, welche Frauen zu Objekten degradiert und ihnen abspricht selbständig denkende Personen zu sein. Zur Wahl standen: Heidi Klum (Werbeplakat von Pro7 für „Germanys next Topmodel“) und Karstadt („Nur die größe zählt“) und Starfm (halbnackte Frau), die leer ausgingen. Den silbernen Penis gewann die Discothek Loop (besonders unterwürfige Frau) mit ihrem Plakat für die Party unter dem Motto„Rock my Pussy“. Den goldenen Penis für die assozialste Werbung gewann der Club Bizarre der schon seit Monaten die Stadt mit seinen sexistischen Plakaten überschwemmt.
Nach der Preisverleihung zog die Demonstration mit ca. 170 Menschen durch die Innenstadt Richtung Lorenzkirche wo sich die traditionelle Montagsdemo anschloss. Nach einem Redebeitrag von Agif, sowie der Karawane Nürnberg, die den Internationalen Charakter des Frauenkampftags hervorhoben,, ging es zum Hauptmarkt. Vor dem Rathaus, Ort der Abschlusskundgebung gab es einem Redebeitrag der Radikalen Linken Nürnberg die aktuellen Kürzungen der Stadt Nürnberg angeprangert wurden. Diese Kürzungen betreffen vorallem Frauen und Mädchenprojekte, sowie Kindertageseinrichtungen in denen vorallem Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen arbeiten. Stattdessen investiert die Stadt in Prestigeobjekte wie die U3 oder das Delfinarium. Dadurch wird wieder einmal klar, dass es den Kommunen um den Erhalt der Wirtschaft geht, nicht aber um die Bedürfnisse der Menschen. Es geht um die Aufrechterhaltung des Systems, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer Reicher werden lässt.
Für die TeilnehmerInnen ist klar, dass der Kampf der Frauen noch lange nicht zu ende ist.

Behauptung die Gleichstellung wäre vollbracht erweist sich in Anbetracht der Tatsachen als ein rechtliches und mediales Konstrukt. Immer noch werden Frauen in typisch weibliche Rollenschemata gedrückt, die nichts mit einem emanzipierten Menschenbild zu tun haben. Durchschnittlich leisten Frauen 31 Stunden pro Woche unbezahlte Hausarbeit. Immer noch sind Frauen diejenigen, die am leichtesten auszubeuten sind, da sie durch ihre gesellschaftlichen „Verpflichtungen“ systematisch unterdrückt werden.

Doch gemeinsam sind wir stark! Für mehr organisierte Kämpfe von Frauen!

Immer noch arbeiten Frauen in von Prekarisierung durchdrungenen Arbeitsbereichen, in denen sie besonders stark ausgebeutet werden. Diese Ausbeutung können wir nicht überwinden solange die Produktionsprozesse willkürlich und profitorientiert ablaufen.
Frauenkampf ist der Kampf für eine solidarische und emanzipierte Gesellschaft.
Für eine antikapitalistische und antipatriarchale Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!

Einige Eindrücke

Hier könnt ihr euch ein Interview zum Internationalen Frauenkampftag anhören:

Interview auf Radio Z mit einer Sprecherin der Radikalen Linken

Aktionsfahrplan 2010

demo

07.März
11.00 Uhr – Yenigün Kültür Zentrum Frauenfrühstück

10.00 Uhr
Frauenfrühstück mit Flüchtlingsfrauen und Informationsveranstaltung zum 8.März
ZAST (Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber) in Zirndorf
veranstaltet vom Internationalem Frauencafé

15.00-18.00 Uhr

„Serap hat es satt immer für heterosexuell gehalten zu werden und Kim weiß nicht ob sie in Formularen Frau oder Mann ankreuzen soll“- eine Straßenausstellung
Königstraße (zwischen Hauptbahnhof und Lorenzkirche)
veranstaltet von: Camelia

Femmes Mob mit „Frau ärger dich nicht“ Figurenspiel
verschiedene Spielorte in der Innenstadt
veranstaltet von: AG-Frauen des Sozialforums Nürnberg

„Mein Busen gehört mir!“ -unser Körper ist keine Ware! Gegen den alltäglichen Sexismus
verschiedene Spielorte in der Innenstadt
veranstaltet von: feministische Gruppe

„Warum Anna ihrem Chef in den Kaffee spuckt… Frauen im kapitalistischen Alltag
Infotisch und Ausstellung, Weiser Turm
veranstaltet von: Radikale Linke Nürnberg

Infotisch zum 8.März
Aufseßplatz
veranstaltet von: AGIF (Föderation der ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei in der Deutschland)

Themen bezogene Streetart und kleinere Aktionen. Augen auf!
Innenstadt
veranstaltet von: Autonome Jugendantifa Nürnberg

Auch in Erlangen sind verschiedenste Aktionen in der Stadt geplant. Aktuelle Infos findet ihr unter
Banda Sinistra

Nach den Aktionen und Infoständen findet um 18 Uhr am Weißen Turm eine Demonstration statt.