Unsere Antowort: Feminism Unlimited – Grenzenlos Feministisch statt Abschiebung, Abschottung und Fremdenhass

Seit über 100 Jahren gehen Feministinnen am 8. März weltweit auf die Straße, heute 2017 ist unsere Antwort: Feminism unlimited, grenzenlos feministisch. Uns geht es um eine Perspektive jenseits von Grenzen. Grenzen die sich durch die sozial konstruierten, bestehenden Geschlechterverhältnisse zum Nachteil der Frauen, zeigen und nationale Außengrenzen, die durch die momentane rassistische Abschiebungspolitik, vehement verteidigt werden. Das zeigen erneut die vielen aktuell drohenden Abschiebungen nach Äthiopien und Afghanistan. Noch immer geht es um die Emanzipation der Frau aus den sozialen, politischen und ökonomischen Zwängen, dennoch steht der Feminismus heute vor einer anderen Ausgangslage, die sich insbesondere in den letzten Jahren mit dem weltweiten Erstarken reaktionärer Kräfte verschärft hat.

CDU - Feminism Unlimited

Verschärft durch einen antifeministischen-, globalen Rechtsruck, der sich zeigt im Erstraken der Alt-Right-Bewegung und dem Wahlsieg des Antifeministen Trump in den USA, der Legalisierung häuslicher Gewalt in Russland, das Erstarken des Front National in Frankreich oder Erdogan – für den eine Gleichstellung der Geschlechter unnatürlich ist . Und dies sind nur einige Beispiele dafür.
In Deutschland stellt der Aufschwung der Afd für alle Menschen eine Gefahr dar, die die Vision einer Gesellschaft teilen, in der alle Menschen gleichermaßen frei und selbstbestimmt leben können, unabhängig von sozialer- und kultureller Herkunft und unabhängig des Geschlechts, der sexuellen Identität und der sexuellen Orientierung.
Der Afd Politiker Höcke spricht davon, dass es darum gehe die Männlichkeit wiederzuentdecken um wieder mannhaft zu sein, und mannhaft zu sein um wehrhaft zu sein. Er spricht aus was ohnehin schon lange im gesellschaftlichen Diskurs rumwabert, nämlich die Vorstellung vom Mann in der Krise. Dieser Vorstellung liegt die Angst vor dem Verlust der männlichen Vorherrschaft und Souveränität zugrunde. Diese Angst zeigt sich im hasserfüllten Wettern gegen eine angebliche Diktatur der Homolobby, gegen das Gender – Mainstreaming und im Herbeifantasieren eines Matriarchats, welches die Männer bzw. die Männlichkeit unterdrücke.
Antifeminismus ist neben Rassismus das grundlegende ideologische Moment für die AFD und auch ein zentraler Mobilisierungserfolg für die reaktionären Bewegungen in Deutschland als auch weltweit. Antirassistischer Feminismus weltweit ist unser zentraler Gegenentwurf.
Der Feminismus wird als Bedrohung für die wehrhafte Männlichkeit betrachtet. Hinzu kommt die angebliche Bedrohung von außen. Die PEGIDA-Frontfrau Tatjana Festerling sprach nach der Silvesternacht von Köln von einem „flächendeckenden Terroranschlag auf blonde, weiße, deutsche Frauen“ durch „afro-arabische Sexterroristen.
Auf das Fremde, das die Rechten in Flüchtlingen verkörpert sehen, wird der eigene Frauenhass projiziert. Dieses wahnhafte Denken lässt sich in etwa so auf den Punkt bringen: Der Feminismus schwächt die deutsche oder europäische, männliche Wehrhaftigkeit mit Hilfe welcher die wehrlosen Frauen vor der fremden Bedrohung beschützen werden müssen.
Der Rassismus und Antifeminismus tritt als Selbstverteidigung und Notwehr auf, was typisch ist für wahnhaftes Denken – es wird sich als Opfer inszeniert. Für die Realität interessiert sich solches Denken gar nicht mehr bzw. es kann die Realität nur nach der vorgeformten Ideologie wahrnehmen.
Die Reaktionären und Rechten blenden folglich die alltägliche sexualisierte Gewalt gegen Frauen durch deutsche Männer – auf Oktoberfest oder in den eigenen vier Wänden – gänzlich aus. Die Unterdrückung von Frauen existiert ihnen zufolge nur im Fremden – für die Emanzipation der Frau interessieren sich diese Leute kein bisschen, im Gegenteil: sie sehen sich und „ihre Frauen“, die sie zum Objekt degradieren, davon bedroht.
Deutlich wird: der AfD und großen Teilen der CDU/CSU geht es bei ihrer Thematisierung sexualisierter Gewalt eben nicht generell um das dringend notwendige Mitgefühl mit Betroffenen, deren Unterstützung und den gesellschaftlichen Kampf gegen Verhältnisse, welche solche Übergriffe befördern. Ihnen geht es schlicht und einfach um eine Durchsetzung rassistischer Politiken.
Durch einen verschobenen Krisendiskurs wird aus ökonomischen und politischen Krisen eine angebliche „Krise des Mannes“ gemacht. Das Bild vom Mann als Familienoberhaupt und –ernährer gerät ins Wanken. Der Arbeitsmarkt ist flexibilisiert und eine lebenslange Beschäftigung im gleichen Beruf oder Betrieb ist nicht mehr die Regel – dies verunsichert männliche Souveränitätsvorstellungen ebenso wie die vermehrte Integration der Frau in den Arbeitsmarkt.
Statt sich mit den ökonomischen und politischen Ursachen dieser Verunsicherung zu befassen, finden Maskulinisten, Rechte und Antifeministen ihr Feindbild im Feminismus und der emanzipierten Frau – diese sei verantwortlich dafür, dass die „gute, alte Ordnung“ zersetzt ist. Und diese Ordnung, die für Frauen, die die Freiheit lieben, ein Graus ist, wollen sie wiederherstellen, kurz: sie wollen die wenigen Errungenschaften, die begrenzten Freiheiten, die wir Frauen haben, sogar noch zurückdrängen.
Für uns als radikale Feminist*innen gilt es deshalb sich diesen reaktionären Kräften entschlossen entgegenzustellen. Wir sollten begreifen, dass jeder Schritt, den sie machen, dazu dient unsere Freiheiten einzuschränken.
Unsere Aufgabe ist ein gemeinsamer Kampf mit geflüchteten und nichtgeflüchteten Frauen gegen Antifeminist*innen und Sexisten jeder Herkunft.
Wir können nur ein Ziel haben: die Abschaffung der Geschlechterverhältnisse und des Patriarchats – feministisch ohne Grenzen, weltweit!