Archiv für Dezember 2015

Plötzlich war eine von uns verhaftet…. Erklärung des 8. März-Bündnisses Nürnberg

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FeministInnen liesen den Kongress nicht ungestört

FeministInnen liesen den Kongress nicht ungestört!

Pressemitteilung der Feminismus Ag/Interventionistische Linke Nürnberg

„Wo Genderkongress draufsteht ist Antifeminismus drin!“ Aus Angst vor politischer Auseinandersetzung Räumlichkeiten kurzfristig/klammheimlich geändert

Am 28.11.2015 fand der „1. Deutsche Genderkongress“ in der Meistersingerhalle in Nürnberg nicht ungestört statt. Feminist_innen hatten bereits im Vornhinein mit der Kampagne „Ey Mann, du Opfer“ zum Protest aufgerufen, um auf den antifeministischen Tenor des Kongresses und die Selbstvikitmisierug der selbsternannten Männerrechtler aufmerksam zu machen.

Kritisiert wurde, dass die Männerrechtler sich als Opfer des Feminismus, der Gleichstellungspolitik und der „Femokratie“ inszenieren. Die männliche Opferideologie tritt nach außen für Gleichheit ein, die sie für Männer einfordert. Dabei wird jedoch die strukturelle Benachteiligung von Frauen komplett ausgeblendet.

Laut Veranstaltenden handelte es sich um einen „ganzheitlichen Genderkongress“, jedoch war kein einziger Frauenverband oder Vertreter_in der LGBTIQ-Community Teil der veranstaltenden oder teilnehmenden Organisationen. Stattdessen fanden sich dabei verschiedenste Verbände, deren Fokus allein auf eine angebliche Diskriminierung von Männer, explizit von Vätern und von Jungen gerichtet ist. Sogar Grüne und SPD haben sich Ihre Teilnahme am Kongress zurückgezogen und kein Grußwort zu Beginn der Veranstaltung gehalten.

Die ca. 100 Teilnehmenden waren vornehmlich Männer über 40 Jahren. Die Aktivist_innen wurden trotz Anmeldung nicht in den Raum gelassen, da sie allein dadurch „auffielen“, dass sie überwiegend weiblich waren und deutlich unter dem Altersdurchschnitt der übrigen Kongressteilehmer_innen.

„Der angebliche Genderkongress behandelt nicht, wie man verhindern kann, dass Erziehungs- und Hausarbeitstätigkeiten hauptsächlich an Frauen hängen bleiben. Sie diskutieren heute hier nicht darüber, wie Kindern geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in der Schule vermittelt werden.“ So eine Sprecherin der Feminist_innen.

Mit bedrucktem Konfetti schmückten die Feminist_innen die Eingangshalle. Sie forderten „die Teilhabe alle Menschen an der Gesellschaft unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität““ „das Ende struktureller Ungleichheiten“ und „die Gleichberechtigung vielfältiger Familienformen“.